Römer, Ruinen und offene Fragen
Shownotes
In dieser Folge frage ich Matthias, wie seine Begeisterung für die Archäologie begann. Er erzählt von Museumsbesuchen mit seiner Mutter, seinem Weg ins Studium und der Forschung zur römischen Kleidung – bis hin zu seiner Arbeit am Römerpark und der Vermittlung römischer Geschichte. Besonders spannend wird es bei den Fragen, die bis heute offen sind: Wie entstanden die Siedlungen am Limes, wer bestimmte dort, und wie endete ihr Leben? Manches lässt sich nachvollziehen, anderes bleibt ein großes Fragezeichen.
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00:00:22: Hallo Matthias!
00:00:23: Wir sitzen wieder zusammen für unseren Podcast.
00:00:26: Ja,
00:00:27: grüß dich auch.
00:00:28: Matthias, du erzählst so mit so viel Herzblut über deine Archäologie und alles was dazugehört.
00:00:38: Wie bist du dazu gekommen?
00:00:39: Also es wurde ich auch gefragt, frage ihn bitte wie man dazu kommt... Ja, vielleicht
00:00:48: war ich ein bisschen verrückt.
00:00:50: Nein.
00:00:51: Du hast Asterix gelesen?
00:00:53: Genau!
00:00:53: Ich habe Asterics gelesen.
00:00:54: Das hast du dir gut gemerkt von Neulich.
00:00:58: Das war sicher.
00:00:59: was.
00:00:59: aber als ich Asteric's gelesen hab da war der Berufswunsch schon ganz lang.
00:01:03: also war eigentlich so meine Mutter war schon immer sehr an Archäologie interessiert durfte Archäologie damals nicht studieren weil ihr Vater sicher zu Recht gesagt hat na das ist eine Brotlose Kunst Lernen was ordentliches.
00:01:20: Und
00:01:21: die war dann im Verwaltungssektor unterwegs, so wie mein Vater auch und war aber – und das ist in der Archäologie ganz oft kriege ich im Alltag mit Ehrenamtlichen, mit Besucherinnen besuchen mit dass ganz viele sich doch für die Vergangenheit unterschiedlich intensiv interessieren und die das dann ein kleines Hobby haben.
00:01:44: So war es bei meiner Mutter auch.
00:01:45: Das heißt sie gerne in Museen, Sonderausstellungen gegangen hat mich da immer wieder mitgenommen.
00:01:52: Das heißt ich war als Kind schon viel in Musee und ich erinnere mich wie ich in Ulm zum Beispiel als Gebürtiger Ulmer im Ulmer Museum ganz regelmäßig war also ein bisschen älter war sind wir nach Stuttgart nach München zur Sondaraustellung von Ägyptern von Majas Arztheken und so weiter.
00:02:11: also ganz viel Ägyptisches ganz viel Südamerikanisches.
00:02:17: rückwirkend, rückblickend finde ich es ganz spannend dass mir das heute völlig egal ist.
00:02:23: Also das sind Kulturen die sind faszinierend gar keine Frage aber die interessieren mich einfach nicht.
00:02:31: und aber Römer und Griechen fand ich dann ganz spannend.
00:02:36: und als ich in der dritten Klasse war wollte ich eigentlich Zahnarzt werden.
00:02:41: also Doktor wäre so oder so geworden.
00:02:44: und da hat mein Zahnarz damals zu mir gesagt lass das sein.
00:02:49: Ich bereue es so, dass ist so ekelig wenn da die Leute je nachdem wie gepflegt die Zähne sind.
00:02:54: und dann weißt du schon da kommt der oh Gott oh Gott nur Ruinen im Mund unser überlegst ja!
00:03:01: Und dann habe ich damals in der dritten Klasse gesagt na gott?
00:03:04: Dann werde ich Achaeologie.
00:03:06: gut ich war an der Schule nicht ganz schlecht.
00:03:08: dann war schon abzusehen dass sich aufs Gymnasium gehen kann.
00:03:11: das war mit Höhen- und Tiefen versehen.
00:03:17: Vorher war klar, wenn ich Archäologie studiere, da gibt es kein Normaus Glausus.
00:03:21: Da brauche ich nicht Bestnoten und haben mir dann eine Uni rausgesucht.
00:03:26: Ich habe mich für Eichstedt entschieden und wollte ursprünglich nach Tübingen.
00:03:29: Da waren damals Zeitungsartikel das Tübingen so überlaufen ist, dass es keine Zimmer mehr gibt und in WGS Leute in der Badewanne schlafen und ähnliche Dinge.
00:03:38: Das war für mich dann irgendwann sehr schockierend.
00:03:42: Und so bin ich danach im Zivildienst nach Eichstädt ganz kleine übersichtliche Uni und habe mit klassischer Archäologie angefangen hatte da dann sehr schnell Kontakt zur römisch-germanischen Kommission.
00:03:54: in Ingolstadt die wegen manchen, wegen dieser wichtigen Keltensiedlung verort waren gibt es leider diese Außenstelle nicht mehr.
00:04:03: aber mit denen habe ich tatsächlich als Institution bis heute zu tun.
00:04:08: Die waren auch bei uns immer wieder forschend unterwegs mit unterschiedlichen Projekten.
00:04:13: heißt Ich kam über die Schiene relativ schnell an die Möglichkeit Ausgrabungen mitzumachen.
00:04:19: Und war dann hier sogar in der Gegend im benachbarten Knotsheim, weil ich am September dreihundneinzig in Dambach unserem Nachbarkastell habe ich gegraben auch dreieinundzig und dann so verschieden ist und da noch mehr meine Begeisterung vor allem für die Römer entdeckt.
00:04:35: Vorher war es so als Schulkind fand ich die Ethoske unheimlich spannend aber so ein bisschen ein geheimes Volk.
00:04:43: ist das so ja vielleicht die Verbindung zwischen Griechenland und Rom ist.
00:04:48: Die so ein bisschen mehr griechisch inspiriert sind in Mittelitalien unterwegs waren, mit den Römern auch ganz gut vernetzt waren um das jetzt mal sehr einfach runter zu brechen und gar nicht kompliziert zu machen, die an der Stadt Rom auch maßgeblichen Anteil haben dass sich die entwickelt hat.
00:05:06: Da war man an der Adria im Urlaub und da war eine Ausgrabung und die ist von der Polizei bewacht worden.
00:05:12: wir sind dran vorbeigefahren das sah Ja, wenn da Polizisten mit Maschinengewehr und so weiter dastehen, ist das für jemanden in der vierten Klasse oder so.
00:05:22: In dem Alter schon sehr beeindruckend.
00:05:24: Das sieht man nicht unbedingt alle Tage.
00:05:28: Und auf der Rückfahrt von dem Ausflug war es eine Dämmerung dann war das mit Flutlicht und die haben immer noch gearbeitet weil es hatte für mich sowas mystische Spannendes.
00:05:38: Da kommt vielleicht ein bisschen in die Schiene Indiana Jones was ja viele als Kinofilm ganz spannend finden und wo manche dann sagen auch, Archäologie das ist noch so ein abenteuerverborgenes Schätzefinden und ähnliches.
00:05:52: Aber ich habe dir ja schon mal erzählt, Schätze finden, Goldschätze und Ähnliches, das ist gar nicht unser Ziel.
00:05:59: es geht mir um kulturelle Schätze diesen Römern, diesen Menschen die hier gelebt-geliebt haben.
00:06:07: Die Schicksale hatten uns halt den ein bisschen nachzuspüren Und das war wirklich dann im Studium sehr schnell, dass ich gemerkt habe, ja Griechen sind auch ganz interessant.
00:06:18: Aber auch da hat mich das Alltagsleben immer interessiert.
00:06:22: Gut bei Griechien ist die Sprache vielleicht ein bisschen mehr eine Hürde?
00:06:26: Ich hab in meinem Studium altgriechisch gelernt am Anfang mit wenig Begeisterung und dann mit mehr Begeistung.
00:06:33: aber wenn man das nicht regelmäßig macht, dann ist allein die Schrift schon eine gewisse Hürdi.
00:06:38: Ich kann altgriesisch noch lesen, verstehe wirklich Brocken Aber Latein ist dann doch immer noch ein bisschen einfacher.
00:06:47: Irgendwann hat sich das herauskristallisiert, darüber immer.
00:06:49: Das ist so ein bisschen mehr meine Welt und habe dann schließlich in Sizilien studiert – in Katania.
00:06:57: Das Wintersemester dort verbracht.
00:06:59: Hab da angefangen meine Magisterarbeit zu schreiben über Kleidung, über spätantige Kleidungen um dreihundert an Beispiel von Mosa Icken vom Piazza Amarina eine große Villa im sizilianischen Inland mit etwa sechstausend Quadratmeter prächtigen Farbenfrohen, wo sie liegen.
00:07:17: Und da habe ich dann festgestellt, naja... Kleidung gibt es eine oder andere?
00:07:23: Die klassische römische Toga ist Kleidungsstück.
00:07:26: Da haben ganz viele drüber gearbeitet.
00:07:29: Römische Bürger haben die getragen und das ist vielleicht schon mal gesehen oder mitgekriegt.
00:07:35: Braucht furchtbar viel Stoff, ist kompliziert zum Anlegen und dann haste die Toga an und bewegt sich bis hin.
00:07:40: Dann verrutscht das ganze Zeug.
00:07:42: Furchtbar, unpraktisches Ding.
00:07:44: Im Alltag eher unrealistisch das man die noch anzieht.
00:07:49: und dafür habe ich dann festgestellt Mensch... ...die Tonika des Kleidungsstück schlechthin, dass man ohne Ärmel mit langen Ärmeln kürzer länger unterschiedlich verziert in vielen vielen Varianten gut nachweisen kann wo es viele Begriffe dazu gibt.
00:08:07: Ja da gibts da mal ein ein Sätzchen, dort ein Kapitelchen oder so.
00:08:12: Aber nichts richtig umfassendes, zusammenfassendes.
00:08:16: und da habe ich dann meine ganze Leidenschaft und Energie reingesteckt und hab schließlich eine Zeit lang in Göttingen zum Schluss wieder in Eichstedt meine Doktorarbeit zur Tunica verfasst.
00:08:27: und manchmal habe ich es verflucht Weil du denkst das ist ein super tolles Thema und dann kommst du vielleicht nicht so weiter oder irgendwann, wenn du tagtäglich mehr oder weniger vollzeitig mit einem bestimmten Thema auseinandersetzt.
00:08:42: Aber ich glaube das muss man sehr mögen.
00:08:47: Zum Schluss muss man sich reinbeißen.
00:08:49: Da muss man es sich wirklich reinbeissen und ich habe auch immer wieder von Leuten gehört, ah sie haben einen Doktor!
00:08:54: Sie sind besonders klug.
00:08:58: Mit Intelligenz hat es nur bedingt zu tun.
00:09:00: Das ist vielleicht mehr Fleiß und mehr Durchhaltewillen, dass er bei irgendeinem Thema das einmal super toll fand.
00:09:08: Irgendwann nur noch blöd findet und dann doch sagt ich schmeiß nicht hin, ich ziehe das Ding durch.
00:09:18: Genau was im Übrigen gerne fand.
00:09:21: weg wenn man zu irgendwelchen Medizinern geht Je nachdem, wo man geht und wie das so ist.
00:09:29: Manchmal für Stirnrunzeln sagt, wenn ich jetzt bei irgendeinem Facharzt nicht gleich hier in der Gegend vielleicht bin, der mich nicht unbedingt kennt.
00:09:37: Also erst mal so, ups!
00:09:38: Sie sind Doktor?
00:09:39: Was sind sie für ein
00:09:40: Doktor?!
00:09:41: Und dann sage ich immer ganz entspannt keine Sorge.
00:09:45: Ich bin kein Mediziner.
00:09:46: Sie können mit mir quasi machen was sie wollen.
00:09:49: Ich habe keine Ahnung.
00:09:50: So ungefähr, da merkt man ja, wie die Erleichterung kommt finde ich sehr nett.
00:09:55: Ja, es gibt ja unter den Dr.
00:09:58: Riss am häufigsten Mediziner aber nicht jeder Medizine ist wirklich Doktor.
00:10:01: und umgekehrt gibt's ein paar andere auch die Doktortitel aus welchem Grund auch immer haben.
00:10:07: Ist glaube ich immer noch ganz gut für eine Museumsleitung wenn man Doktotitel hat weil irgendwie... Und das
00:10:14: hat den Respekt dann oder?
00:10:16: Die Leute
00:10:17: sehen
00:10:18: dich dann doch glaube ich anders an.
00:10:20: Ja es hat vielleicht auch bisschen mehr mit Glaubwürdigkeit, Ernsthaftigkeit zu tun.
00:10:25: Also ja Respekt, wobei Respekt ging dann so als muss ich auf irgendeinem Sockel stehen und alle müssen so zählen... Die stellen wieder mal
00:10:34: auf den Sockel.
00:10:35: also das was ich so kenne jetzt durch unseren Podcast die sagen alle der hat etwas drauf das hört man der erzählt es und lasse es zu.
00:10:44: Ja ich brauche keinen Sockel Lieber auf Augen!
00:10:48: Ja, dann machen wir das so.
00:10:53: Die Leute sprechen dir sehr viel Kompetenz in dem Bereich.
00:10:57: Das ist erfreulich ja.
00:10:59: Ich habe mich unterbrochen.
00:11:06: Kein Thema und dann war es tatsächlich so wenn ich noch ein bisschen weiter aus dem Nähkästchen blauere.
00:11:14: normalerweise in der Archäologie Wenn man fertig ist, ist es nicht so wie in der freien Wirtschaft.
00:11:20: Dass er quasi morgen gleich eine Stelle hat weil einfach die Stellen ein bisschen rarer sind.
00:11:25: dann bin ich erst mal auf Anraten anderer zum Arbeitsamt habe mich Arbeitszuchen gemeldet als erst gesagt Gott warum soll ich zum Arbeitsamt?
00:11:32: Ich kriege ja eh keinen arbeitslosen Geld hab's dann trotzdem gemacht.
00:11:37: und dann so nach einem halben Jahr habe ich das stelle hier angeboten bekommen mit dem Jahresvertrag von diesem Kastellhofen-Hofen.
00:11:45: Da gibt es Ideen, da soll was entstehen.
00:11:49: Ich kannte das Kastel vom Studium tatsächlich, wusste da, da gibt's eins aber man weiß recht wenig und fand es dann ganz attraktiv so eine Stelle zu haben.
00:11:59: Rahmenbedingungen am Anfang waren ja wie das in unserem Projekt startet Ganz üblich ist nicht die idealsten.
00:12:08: Es gab ein Buch vielleicht auch schon mal erzählt Und dann hatte ich gefragt, ja wie sieht denn das aus mit weiteren Büchern?
00:12:15: Gibt es irgendwie ein Geld?
00:12:17: und dann wurde mir gesagt, ja wieso?
00:12:20: Sie haben doch studiert.
00:12:21: Das müssen sie doch wissen!
00:12:23: War niemand von unseren Bürgermeistern gar keine Sorge?
00:12:26: war jemand anders fand ich ganz lustig.
00:12:29: wenn wir jetzt uns hier umschauen die zigtausende Bücher das kann man nicht alles wissen.
00:12:34: glaube mühe mich natürlich fachlich mich fortzubilden was drauf zu haben, so wie du sagst.
00:12:41: Und der hat etwas drauf finde ich schön wenn es rüber kommt.
00:12:45: Ich find's aber auch ganz wichtig und das merk' ich zunehmend.
00:12:51: Das was ich unheimlich gern mach ist Römer rüber zu vermitteln.
00:12:56: Also ich habe jetzt seit paar Jahren wieder ein Lehrauftrag an der Uni Augsburg Ein alter Geschichte Wo ich bestimmte Themen aufvermittel So zum Beispiel eine Lehrveranstaltung, die ich jetzt wieder im Wintersemester habe.
00:13:14: Vermittlung in römischen Museen von der Idee zur Präsentation, wo ich einfach versuche das was ich hier so mache und was ich erlebe wie ich es mache an Studierende weiterzugeben.
00:13:27: Das sind jetzt im wenigsten angehende Museumsleitungen sondern häufig Lehramtsstudierende.
00:13:35: aber für dies ist ja durchaus aufspannend.
00:13:38: Lehrer, Lehrerinnen haben dann vielleicht mal irgendeinem Projekt wo sie eine Sonderausstellung machen zu einem bestimmten Thema oder vielleicht irgendwie eine gewisse Veranstaltung planen.
00:13:47: Wenn zum Beispiel Lateinen- oder Geschichtslehrer sind dann oft ja auch mit so einem Thema und vielleicht nehmen die da ein bisschen was mit.
00:13:55: also fand das ganz toll als wir im Oktober wieder damit begonnen haben.
00:14:01: Es ist immer bisschen eine Fahrerei, weil es sind hundert Kilometer mal fährt.
00:14:04: Eineinhalb Stunden das ganze jetzt drei stündig freitag Nachmittag wo ich auch wieder den Studierenden gesagt habe Ich finde alle Achtung dass sie sich wirklich da noch in die Uni in so einen Seminarraum rein hocken.
00:14:19: Ich war tatsächlich bei aller Begeisterung für die Römer und sicher manchen Fleiß Freitagnachmittag nicht an der Uni.
00:14:27: Da saß ich im Zweifelseiter heim, habe vielleicht sogar für die Uni gearbeitet oder hab mein Wochenende schon genossen.
00:14:36: Teilweise war ich auch immer wieder im Studium unterwegs.
00:14:40: Zum Beispiel mit der Deutschen Bahn.
00:14:41: Ich habe dann mal verschiedene Museen angeschaut und war in Köln in Bonn zur Sonderausstellung Mainz-Trier.
00:14:51: Manche Kontakte ... Wir hatten jetzt das eine Mal ja auch so ein bisschen von unserer liebes Familie.
00:14:57: Manche Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen bestehen seit dem Studium, gut wir waren gemeinsam alt, manche davon sind inzwischen im Ruhestand aber viele haben mich jetzt über Jahre und Jahrzehnte begleitet und auch die Entwicklung hier in Rufenhofen.
00:15:13: Wir haben einen wissenschaftlichen Beirat der hier an dem Tisch wo mir gemütlich immer sitzen tatsächlich auch tagt.
00:15:22: Ja, Kraftamt ist hier.
00:15:25: Den gibt's seit dem Jahr zwei Tausendvier und die Grundidee war so ein Archeologie wie der Pausch.
00:15:29: Der kann hier viel erzählen tun und machen Manches.
00:15:34: gerade am Anfang im Römerpark ist er so bisschen So eine Entwicklungsgeschichte.
00:15:39: Wie geht noch was an?
00:15:40: Bodendenkmal das zu erhalten ist immer ne Heikle Geschichte.
00:15:45: wie tief gehe ich in den Boden Was mache ich, was mache ich nicht?
00:15:50: Wie strukturiere ich das ganze
00:15:51: Gelände?".
00:15:54: Das hätte tausende einzelne Abstimmungsgespräche bedürft.
00:15:59: Und da war einfach die Idee gründenden Beirat und da sitzt dann jemand vom Landesamt für Denkmalpflege drin.
00:16:06: Jemand für die Deutsche Limes Kommission, jemand für Die Uni, jemals für die römisch-germanische Kommission eben jetzt in Frankfurt... Dann natürlich Museum und so weiter.
00:16:18: Und der Beirat hat sich dann immer wieder ein bisschen verändert, ist gewachsen.
00:16:24: Zwischen gibt es von den Gründungsmitgliedern ja niemand mehr, der direkt so drinnen ist weil es sich immer wieder verändert hat auch Kraftamt ist.
00:16:35: aber Es ist eine tolle Truppe die sich im übrigen auch wenn wir's neulich hatten was machst du im Winter?
00:16:42: Wir treffen uns meistens in November also auch in Kürze.
00:16:46: Jetzt dann trifft und wir tauschen uns aus.
00:16:48: Da geht es immer so ein bisschen, ja was waren besondere Veranstaltungen?
00:16:52: Vielleicht insgesamt Entwicklungen, Probleme wo es auch so ein bißchen darum geht wie entwickeln wir uns weiter?
00:16:59: aber die großen Entwicklungen sind nur bedingt das Thema.
00:17:04: Es geht auch bis in dem Hintergrund immer um Forschungsfragen.
00:17:08: Wie können wir noch Dinge bearbeiten gewisse Themen die vielleicht interessant sind, die vielleicht jemand an der Uni bearbeitet und studieren da als Abschlussarbeit.
00:17:20: Ähnliche Dinge mehr!
00:17:22: Die Besprechungen sind immer sehr intensiv, gehen meistens mehr so fünf Stunden am Tag.
00:17:28: Und wenn ich sehe, dann kommt der Direktor des Rheinischen Landesmuseums Intrierer Markus Reuter immer extra vorabend schon nach Dinkelspül angefahren ist den ganzen Tag hier.
00:17:39: Ich finde das immer ganz toll, wie der sich einbringt.
00:17:42: Weil er einen ganz anderen Betrieb hat als mir mit unserem kleinen Limeseum und trotzdem sehr bodenständig ist und sehr strukturiert denkt und überlegt und hinterfrägt.
00:17:53: Da ist die Kollegin Dr.
00:17:55: Susanna Matvisic von der Limeskommission, die einen bisschen anderen Blick auf das gleiche Thema hat einfach vom Seitenwelterbestätte aber auch Vermittlungen, die ihr ganz wichtig ist.
00:18:10: Das finde ich immer ganz spannend.
00:18:13: Da ist der Dr.
00:18:14: Christoph Lügel jetzt von der archäologischen Staatssammlung mit dabei, der immer wieder auch viel mit Museen zu tun hatte und schon lange begleitet.
00:18:24: Der bayerische Limis-Koordinator Dr.
00:18:26: Markus Gschwindt mit dabei.
00:18:28: Formal als Beisitzer.
00:18:32: weil er, wie sein Kollege Dr.
00:18:34: Marco Pleuer von der Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen sagt naja wir sind im Zweifel so ein Fördergeldgeber.
00:18:41: mir wollen jetzt da nicht bei irgendwelchen Abstimmungen teilnehmen wobei ein Beirat wenig wirklich abgestimmt wird.
00:18:49: aber sowohl er ist dann für die Welterbefläche, für den Römerpark fachlich der nächste Ansprechpartner wo man sich auch mal bisschen zusammensetzt und überlegt geht das und jenes noch oder eben nicht?
00:19:03: Der Kollege Bleuer von der Landestelle für die Nichtstaatlichen Museen bedeutet uns dann mehr im Haus.
00:19:09: Also sprich, zum Beispiel Fördermöglichkeiten für irgendwie Weiterentwicklungen im Bereich Vermittlung und Detaktik da ist er dann der entsprechende Ansprechpartner andere Förderszenarien Und auch da sind wir wieder so ein bisschen bei dieser großen Limes-Familie.
00:19:27: Wir kennen uns schon alle ewig Da.
00:19:30: Markus geschwind zum Beispiel war damals noch in Syrien, am Deutschen Archäologischen Institut.
00:19:36: In Damaskus tätig aber trotzdem im Jahr zwei Tausendvier bei einem kleinen Kolobium zu Rufenhofen in der Dorfschenke des namensgebenden Ortes-Rufenhof mit dabei wo unterschiedliche Kolleginnen und Kollegen dabei waren.
00:19:50: Und so sind ganz viele die hier das Schicksal, die Veränderung seit über zwanzig Jahren begleiten und es finde ich ganz spannend weil man kennt den Ort schätzt den Ort und kann sich hier ganz gut einbringen.
00:20:05: Und wenn ich dann so bisschen auf meine Liste schaue, du sagst einmal wieder, du kriegst Fragen von Zuhörerinnen zuhören... Ich habe irgendwann auch mal angefangen mir Fragen zu stellen
00:20:16: bzw.,
00:20:17: ja das klingt so, da sitzt der Pausch und stellt sich neben dem Pausch sitzen, sich gegenüber sitzen Fragen für Lecher Schmann.
00:20:26: Nein!
00:20:28: Irgendwann entstehen eher so Fragen wie du auch angesprochen wirst.
00:20:33: Und das sind oft so Alltagsfragen, eine ganz spannende Alltagesfrage die mich umtreibt und die wir aber nicht wirklich klären können.
00:20:43: Die eine ist ja, wie fängt sie an?
00:20:45: Und die andere, die wesentlich spannendere, wie hört sich auf?
00:20:51: Wie es anfängt, naja Gott!
00:20:53: Ganz simpel erklärt... Man kommt irgendwie auf die Idee man möchte die Grenze verlegen und Kundschaftertruppe ist unterwegs Und prüft so ein bisschen, zu der Zeit war die Gegend nicht oder ganz, ganz dünn besiedelt.
00:21:06: Also viel Wald, viel wilder Wald.
00:21:08: Urwald klingt so nach Amazonas aber es war halt hiesige Urwald.
00:21:13: viele dicke Eichen buchen also vor allem Laubbäume und irgendwo in dieser wilden Topographie kommen.
00:21:19: die Kundschaftern erkennen diese Geländezunge auf der unser Kastell dann später stand und sagen ja wohl das ist eine tolle Stelle Da gibt es ein Bach, der durchläuft.
00:21:30: Da gibt's Quellen.
00:21:31: Grundwasserspiegel ist ganz hoch.
00:21:33: Mal einen guten Überblick!
00:21:34: Lass uns hier ein Kastell bauen und dann entsteht das so schrittweise.
00:21:39: Es werden dann offensichtlich auch Flächen für Privathäuser eingeteilt Und es entsteht so schritte Weise diese Siedlung des Römischen Hofs.
00:21:48: Das kann man alles halbwegs nachvollziehen erahnen.
00:21:52: Das funktioniert eigentlich ganz gut.
00:21:56: Dann wird aber bisschen Ja, dann sagen wir mal ganz verkürzt.
00:22:02: geht die Geschichte erstmal ganz harmonisch.
00:22:04: Sind sehr friedliche gute Zeiten, blühte Zeiten.
00:22:08: Man merkt auch Hof und Hof, da kann man es aushalten.
00:22:10: Die Siedlung wird immer größer.
00:22:11: Dann werden irgendwann im dritten Jahrhundert die Zeiten ein bisschen unsicherer.
00:22:17: Es gibt so ein bisschen die einen oder anderen Überfälle über den Limes Wobei überall gleich so schwer bewaffnet ausschaut mit Fettenkanonen auf.
00:22:26: der armen Römer ist jetzt ein bisschen dramatischer, wie es klingt als es tatsächlich war.
00:22:33: Weil die Gamanen ja nur in kleinen Verbänden unterwegs waren und nicht so groß aufgetreten sind wie die Römer.
00:22:42: also eigentlich keine so furchtbare Gefahr.
00:22:46: Und deswegen haben die Röhmer mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch nicht wegen völlig überzogener Gamanenangriffe das Ganze aufgegeben, so wie wir das mal an der Schule vermittelt bekommen haben.
00:22:57: Da kommen die bösen Alamannen und schlagen in Römern die Köpfe ein.
00:23:01: Und die Römer ducken sich, gehen und weinen... ...und die Kastelle werden angezündet.
00:23:07: Gab's sicher auch solche einzelne Fälle?
00:23:10: Im Fall von Rufen-Rufen können wir es nicht nachweisen.
00:23:13: Heißt mit allen Bemühungen kennen wir keinen sogenannten finalem Brandhorizont.
00:23:18: Also dass er sagen kann ist das alles in Schutt und Asche aufgegangen.
00:23:23: Das heißt aber im Umkehrschluss Da braucht man wahnsinnig viel Fantasie und wie es gelaufen ist, wissen wir nicht.
00:23:29: Das heißt irgendwann wird beschlossen der Limes hier nördlich der Donau die Kastelle und alles wird aufgegeben.
00:23:37: das sagt vielleicht der Stadthalter in Augsburg der schickt seine Booten und sagt Leute packt eure Sachen demnächstes große Umzugstag das kann man sich noch vorstellen.
00:23:48: und alles weitere ja wir wissen's nicht.
00:23:53: also Wir wissen nicht mit welchem Vorlauf das Ganze passiert ist.
00:23:57: Vielleicht drei, vier Wochen im Vorfeld, dass er sagt ja wohl sicher nicht im Winter würde ich mal behaupten weil so eine Geschichte wo man vielleicht auch den ganzen Standort verlegt neu bauen muss.
00:24:09: Das macht man nicht im winter, vielleicht macht man es im Frühjahr und dann sagt der Wohl.
00:24:14: Im Winter nutzt er zum Packen usw.
00:24:16: Und dann ziehen wir um die Soldaten, das ist ne klare Geschichte, das is ne Einheit die staatliche organisiert, aber wie sieht es mit den Zivilisten aus?
00:24:26: Neiligen dass sie auch gehen weil die Soldaten als Einkommensquelle die fehlen völlig.
00:24:33: Die sind ja ganz wichtig kriegen dreimal im Jahr ihren Lohn können sich einiges leisten.
00:24:38: wenn die alle fehlen dann überlegst du dir auch ob du deine Bude nicht zusperrst und mit denen mitziehst.
00:24:46: Dann frage ich mich aber da ist vielleicht eine ältere Frau die keine Verwandten mehr hat.
00:24:52: Bleibt die, bleibt sie nicht.
00:24:55: Paar die sagen auch ich soll nochmal umziehen noch mal irgendwo neu anfangen.
00:24:59: Ach nee keine Lust und es wäre nahe liegen das einzelne Leute wirklich dann hier bleiben und dann irgendwann sterben und keiner interessiert sich.
00:25:13: für die finde Ich eine ganz interessante überlegung weil den römern ja toten kult vererrung der verstorbenen extrem wichtig war.
00:25:25: Wenn das nicht immer passiert, dann ist niemand mehr da.
00:25:28: Der entsprechende Leute bestattet weil niemand mehr in der Lage ist die Bestattung zu vollziehen Die Verbrennung und so weiter.
00:25:36: Das ist ja schon fast gruselig aus römischer Sicht.
00:25:40: Aber wer nahe liegend?
00:25:43: Da ist ein ganz großes Fragezeichen.
00:25:44: also wir wissen es einfach nicht wie endet so eine Siedlung?
00:25:48: Und Wir Wissen auch nach wie vor Nicht Wie Ist So Eine Struktur?
00:25:52: Also Es Heißt Immer Ja der Lagerchef Der ist auch so ein bisschen der Bürgermeister im Lagerdorf.
00:25:59: Ja, mag sein aber ich persönlich glaube und da bin ich tatsächlich nicht allein dass es am Anfang sicher so ist weil da finden sich ja erstmal Strukturen zusammen Und dann bist du jemand der vielleicht als Händler durchaus zu Geld kommt der sich einige leisten kann und er vielleicht auch sagt Einerseits ja wohl Ich möchte allen zeigen das ich toll bin und dann aber vielleicht auch gesagt Mensch, ich möchte einfach diese Gemeinschaft dieser Siedlung irgendwas spenden und das ist vielleicht eine tolle Statue.
00:26:36: Das ist vielleicht ne einfache Badeanlage oder oder oder und dann machst du das.
00:26:43: aber da sagst du irgendwann auch alle zwei Jahre alle drei Jahre hockt er so einen Jungschbund, kommandiert die Soldaten und befähligte alle im Lagerdorf.
00:26:56: Das kann ich besser.
00:26:57: Also, ich bin überzeugt dass sich lokale Eliten rausbilden das Einzelne aufstehen und sagen jetzt habe ich was zu sagen Ich möchte mir nicht auf der Nase rumtanzen lassen Und dass die dann irgendwie entscheiden.
00:27:11: also wir wissen es nicht wie diese Strukturen tatsächlich waren.
00:27:15: Am Limes sind keine richtig städtischen Strukturn.
00:27:19: also so mit offizieller Verwaltung unserer wobei die Siedlungen am Limes dafür trotzdem sehr städtisch daherkommen.
00:27:27: Mit dem Marktplatz, mit Tempeln, Thermen, Herberge und unter sind viele öffentliche Gebäude dabei die ganz in diese Richtung gehen.
00:27:37: aber wenn es ganz konkret wird dann muss ich dich leider enttäuschen und muss sagen da stehen wir betroffen.
00:27:45: der Vorhangfeld und alle Fragen offen frei nach Bertbrecht.
00:27:48: Okay Matthias Tolle Auskunft, tolle Sachen die du erzählt hast und
00:27:56: ich
00:27:56: danke dir.
00:27:57: Danke für den Podcast.
00:27:58: Ja
00:27:58: hat wieder Spaß gemacht.
00:28:00: Und wenn Sie lieber hören und höre dem Podcast abonnieren wollen können sie das gerne im Anschluss an die Musik machen.
00:28:07: da gibt es einen Button drauf drücken abonnieren kostenlos abonnieren und dann sind sie immer mit dem neuesten podcast vom Limousin verbunden.
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